
Streetview Car in Bochum; Foto von 63mg_ (Flickr)
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In den letzten Tagen erreichte die Diskussion um Google Streetview und die damit verbundene Datensammlung einen neuen Höhepunkt. Auslöser dafür war das Scannen der WLAN Netze durch die Google Autos. Die Datenschützer fühlen sich durch Google übergangen, weil sie angeblich nicht darüber informiert wurden.
Allen voran fordert Peter Schaar jetzt den Ausbau der WLAN Scanner aus den Google Fahrzeugen.
Google macht nichts Neues
Ein bisschen verwunderlich ist die Aufregung schon. Die Idee eine Karte der weltweit verfügbaren WLAN Netze zu erstellen ist schließlich nicht neu. Die Firma Skyhook zum Beispiel hat schon eine ziemlich große Datensammlung dazu. Auf der sind fast ganz Hamburg und auch andere große deutsche Städte zu finden. Wer mal einen Blick riskieren will, findet die Daten schön zusammen gefasst auf einer Google Maps Karte die Skyhook zur Verfügung stellt.
Wozu scannt man die WLAN Netze eigentlich?
Der Grund für die Datensammlung ist recht einfach. Anhand der WLAN Informationen kann man den ungefähren Standort bestimmen, ohne das man dafür einen GPS Empfänger braucht. Da WLAN nur eine vergleichbar geringe Reichweite hat, kann man aufgrund der umliegenen WLAN Netze und einer Karte auf der diese eingezeichnet sind, bestimmen in welcher Straße man sich gerade aufhält.
Google hat nach eigenen Angaben, den Datenschützern angeboten, die Google Autos unter die Lupe zu nehmen. Diese Angebot wurde (laut Google) nicht wahrgenommen. Hätte man es getan wären zum Beispiel die WLAN Antennen schon viel früher aufgefallen. Das Argument der Datenschützer, Google hätte die WLAN Netze Sammlung heimlich gemacht ist damit vom Tisch.
Damit es keine weiteren Skandale gibt hat Google jetzt genau veröffentlicht welche Daten durch die Autos erhoben werden. Außerdem weißt man auch gleich darauf hin, dass andere Firmen, wie das Fraunhofer Institut, Skyhook oder Tele Atlas genau die selben Datensammlungen betreiben. Ob das allerdings ein Grund ist warum es legal sein sollte, muss sicherlich noch geklärt werden. Das Argument, die anderen machen dass doch auch, ist schließlich ziemlich dürftig und nicht in jedem Fall angebracht.
Was zeichnen die Google Auto alles auf
- WLAN Netze – Mac Adresse (für jedes Gerät eindeutig), SSID (der Netzwerkname) und Standort
- Photos – Bilder von der Straße in der das Auto fährt
- 3D Geometrie Daten – Wird mit Low-Power-Lasern aufgenommen
Welche Daten veröffentlich Google davon
Das die Bilder für Streetview gedacht sind und durch alle öffentlich einsehbar sind, war schon länger bekannt. Die 3D Geometrie Daten sollen die Karten verbessern. Die gesammelten WLAN Daten werden dagegen nur zum Teil veröffentlicht. Genau genommen wird Google über eine API (Programmierschnittstelle) die Geo Koordinaten liefern, sobald jemand einen entsprechende Anfrage mit den umliegenden WLAN Netzen an Google schickt. Im Prinzip läuft es so ab, dass mein Handy die WLAN Netze in meiner Umgebung sucht und die MAC Adressen an Google schickt. Diese Daten werden dann mit der riesigen Datensammlung verglichen. Findet Google die MAC Adressen in der Datenbank wird meine Position über die verschiedenen WLANs trianguliert, mein Handy bekommt die Koordinaten (Breiten- und Längengrad) zurück und zeigt meinen Standort auf der Google Karte. Die MAC Adressen selbst, die für alle Netzwerkgeräte eindeutig sind, will Google nicht dagegen veröffentlichen.
Gegenmaßnahmen
Wer nicht will, dass Google die Daten bekommt hat Pech gehabt. Das Abschalten der SSID, wie es oft empfohlen wird ist ein ziemlich sinnloses Vorgehen. Das WLAN ist deshalb trotzdem von außen erreichbar und Google kann die MAC Adresse auch so bekommen. Die einzige Möglichkeit ist das WLAN komplett zu deaktivieren, was für die meisten sicherlich nicht in Frage kommt.
Wer sich Gedanken um die Sicherheit seiner Daten bei Google gespeicherten Daten macht, sollte sich den Chaosradio Podcast 154 “Wer hat Angst vorm Googlemann” anhören.