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CRE 191 – Eine Empfehlung und ein paar Korrekturen

Für alle Audiophilen unter euch, die gern mehr über DSL wissen wollen, empfehle ich
CRE 191 “Internet im Festnetz” von Tim Pritlove. Einer der besten Podcasts aller Zeiten zu
diesem Thema. Zusammen mit Clemens Schrimpe wird über 3 Stunden über die Internetzugänge der Vergangenheit, der Gegenwahr und natürlich auch der Zukunft erzählt. Wer sich für die Welt der Zugangsprovider interessiert, ist hier genau richtig aufgehoben.

Ein paar Kleinigkeiten die Clemens im Zusammenhang mit den DSL Modems erzählt hat, möchte ich allerdings dann doch noch kommentieren.

Jedes im Handel erhältliche DSL Modem ist überall anschließbar

Clemens meinte, dass man an einen DSL Anschluss in Deutschland jedes beliebige DSL Modem, das hier im Handel erhältlich ist, dranhängen kann. Wie so oft gilt auch hier: Keine Regel ohne Ausnahme.

Der Anschluss muss dazu nämlich UR-2 kompatibel sein. Die ersten Anschlüsse, die seitens der Telekom und z. B. auch durch HanseNet geschaltet wurden, waren das aber nicht. Bei HanseNet wurden unter anderem DSL Modems von Ciso eingesetzt, für die in der Vermittlungsstelle extra ein spezieller DSLAM von Cisco zum Einsatz kam. Andere DSL Modems haben an diesen Anschlüssen aber definitiv nicht funktioniert. Inzwischen kann man sich allerdings bei allen Providern problemlos umstellen lassen. Von den Cisco Anschlüssen sind auch nur noch eine handvoll übriggeblieben.

Die Telekom schaltet immer nur mit festen Datenrate

Im Podcast kommt es ein wenig so rüber, als würde die Telekom ihre DSL Anschlüsse generell nur mit fixed Rate schalten. Das war auch definitiv lange so. Es gab allerdings nach einem Pilotprojekt die Möglichkeit, auch Anschlüsse mit Rate Adaptive Mode zu bekommen.
Wer nochmal nachlesen will, findet hier den Artikel von 2007 zu diesem Thema. Die Infoseite der Telekom ist allerdings schon längst abgeschaltet.

Bilder eines VDSL DSLAM

Die Very High Speed Digital Subscriber Line oder auch VDSL ist die nächste Generation der Breitbandanschlüsse und
inzwischen schon relativ lange im Einsatz. Der Vorteil gegenüber dem herkömmlichen ADSL2+ Standard, ist die wesentlich höhere Bandbreite. Dafür muss aber die Vermittlungsstelle näher an den Endverbraucher gerückt werden.

Telekom Outdoor-DSLAM VDSL

Möglich wird das, durch den Einsatz von Outdoor DSLAMs. Während beim bisherigen ADSL der Gegenport für das ADSL Modem in einer meist weit entfernten Vermittlungstelle sitzt und Entfernungen von mehr als 4 km per Kupferkabel überbrückt werden, ist die Kupferleitung bei VDSL nur sehr kurz. Die Vermittlungsstelle, der Outdoor DSLAM, steht jetzt in der Straße vor der Haustür. Damit müssen nur noch wenige 100 Meter Kupfer genutzt werden. Den Rest der Strecke legen die Daten per Glasfaser zurück. Dadurch sind wesentlich höher Bandbreiten möglich.

Natürlich ist die neue Technik auch mit mehr Aufwand verbunden. Während die bisherigen KVZs nichts weiter waren als große Schaltkästen mit sehr vielen Kabeln, brauchen die Outdoor DSLAMs Strom und erzeugen dadurch auch Wärme. Damit die teure Technik im Inneren nicht gegrillt wird, sind im KVZ extra Lüfter verbaut. Wer mal am Kasten lauscht kann sie sogar hören.

Neue Bilder

Dank eines freundlichen Bloglesers konnte ich jetzt endlich meine Bildersammlung für VDSL Outdoor DSLAMs erweitern. Fabian war so nett und hat den Aufbau eines neuen KVZ dokumentiert. Ab Bild 3 geht’s los. Die Lagepläne und Trassenführungen für den KVZ, die betroffene Anwohner von der Telekom vorab erhalten, sind auch in der Galerie. Für die Kabelführung unter dem KVZ gibt es bald eine eigene Bilderserie. Fabian war nämlich sehr fleißig und hat die Hauptkabel auch gleich geknipst. Viele Dank dafür, hab mich wirklich riesig darüber gefreut.

Bildergalerie VDSL Outdoor DSLAM

VDSL inside

Die großen Outdoor DSLAMs, die überall in den Großstädten rumstehen, sind wohl kaum zu übersehen. Wer mal näher rangeht und lauscht wird feststellen, das die Dinger sogar ziemlich laut sind. Das liegt daran, dass in den VDSL Outdoor DSLAMs nicht nur die Kabel rangiert werden, sondern auch jede Menge Technik verbaut ist, die gekühlt werden muss. Ein DSLAM eben.

Reinschauen geht aber leider nur falls man mal Glück hat und das ist eher selten. Heute morgen fand ein nette Mail mit zwei Bildern in meinem Postfach auf denen ein Telekomtechniker vor dem Outdoor DSLAM zu sehen ist. Die Bilder will ich euch natürlich nicht vorenthalten.


Danke an Klaus für die Fotos.

Alice startet VDSL

Ihr habt es sicherlich schon gelesen. Alice bietet in Zukunft auch VDSL an. Wer heute morgen auf der Alice Webseite Infos dazu gesucht hat, der suchte vergeblich und musste die Hotline bemühen. Inzwischen sind die Preisinfos zum VDSL Angebot online.

Wer bestellen will sollte sich denoch bei der Hotline beraten lassen. Wie bei vielen neuen Produkten, gibt es da nämlich noch ein paar kleine Einschränkungen. So ist zum Beispiel zur Zeit keine Rufnummernmitnahme möglich. Außerdem kann es zu einem 14 tägigen Ausfall des Anschlusses kommen, falls man den Anbieter wechsel will. Auch Bestandskunden, die bereits einen Alice Anschluss haben, können nicht ohne weiteres wechseln. Also lieber erstmal nachfragen, bevor man am Ende ganz ohne Anschluss dasteht.

Keine Drosselung bei intensiver Nutzung

Die Computerbase hatte beim Alice Pressesprecher Carsten Nillies nachgefragt, ob man Nutzer mit hohen Transfervolumen die Geschwindigkeit drosseln will. Das ist für viele sicherlich ein nicht ganz unerhebliches Entscheidungskriterium. Die Antwort aus Hamburg lautet dazu ganz klar nein. Glück gehabt, würde ich mal behaupten.

Vodafone und Telekom bauen gemeinsam am VDSL Netz

Eigentlich wollte die Telekom den VDSL Ausbau wegen der hohen Kosten und der unsicheren Rendite vorläufig stoppen. Auch der störungsfreie Betrieb des VDSL Netzes wurde bereits Ende 2006 in Frage gestellt.

Neuer Partner neues Glück

Breitband ist nun mal die Zukunft, daher muss weiter ausgebaut werden und mit Glasfaser lassen sich die hohen Bandbreiten am einfachsten realisieren. Das hat auch Vodafone erkannt und wird nun 2009 zusammen mit der Telekom in Würzburg und Heilbronn den VDSL Ausbau weiter vorantreiben.
In Würzburg soll Vodafone dafür die Leerrohre der Telekom nutzen dürfen. In Heilbronn dagegen bauen beiden Partner ihre Netze parallel aus. Insgesamt sollen ca. 100.000 Haushalte durch die Projekte mit VDSL versorgt werden. Wobei davon ca. 50.000 Haushalte in Heilbronn sowie 50.000 Haushalte in Würzburg profitieren würden.

Vodafone-Chef Friedrich Joussen dazu:

Gerade in diesen schwierigen Zeiten sind Investitionen in Infrastruktur besonders wichtig, denn sie sind die Voraussetzung für das Wachstum der Zukunft. Wir wollen echten Infrastrukturwettbewerb bei der nächsten Generation der schnellen Internetanbindung. Deswegen werden wir in einem Pilotprojekt Heilbronn in den nächsten Monaten mit dem Ausbau von VDSL beginnen und unsere Infrastruktur für die Telekom öffnen.

Arcor: VDSL Tests auf dem Land

Gerade zur CeBIT gibt man ja gerne Prestige Projekte bekannt. So auch dieses Jahr. Diesmal sollen zwei Gemeinden (deren Namen noch nicht genannt wurden) in Sachsen-Anhalt und Thüringen mit VDSL versorgt werden. Arcor Chef Harald Stöber teilte in einer Pressekonferenz auf der CeBIT mit, dass beide Gemeinden bis Mitte des Jahres mit den schnellen Internetzugängen über VDSL versorgt werden.

“Wir wollen zeigen, dass schnelles Internet auf Basis der VDSL-Technologie auch auf dem Land realisierbar ist”

Erstmal testen, ob es geht und was es kostet

Das große Problem bei kleinen Orten, sind die geringen Einwohnerzahlen und die hohen Erschließungskosten. Daher machen die meisten Anbieter bis jetzt einen großen Bogen um die kleinen Dörfer. Auch die Telekom hat meist kein Einsehen, mit den vom Breitbandinternet abgeschnittenen Landbewohnern. Schließlich besteht die Gefahr, dass die meisten nach der Erschließung zur billigen Konkurrenz wechseln und die Telekom auf den hohen Erschließungskosten sitzen bleibt.

Außerdem sind da noch die hohen Kosten für Kabel und Leerrohre. Während in der Stadt die bereits verlegten Kupferkabel genutzt werden können oder nur kurze Strecken mit Glasfaser erschlossen werden, müssen auf dem Land kilometerlange Gräben gezogen werden.

Pilotprojekt soll die Machbarkeit beweisen

Bis jetzt ist die Erschließung von Dörfern mit VDSL noch weitestgehend Neuland. Das gerade Arcor hier durchstarten will, lässt hoffen, dass auch andere nachziehen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Kosten für das Projekt niedrig ausfallen und der Aufwand sich in Grenzen hält.

Rohr frei!

Der Streit, um den Zugang zu den Leerrohren für das Hochgeschwindigkeitsnetz der Deutschen Telekom, hat einen neuen Meilenstein erreicht. Nachdem die Bundesnetzagentur im Juni 2007 bereits entschieden hatte, dass die Telekom ihren Mitbewerbern den Zugang gewähren muss, wurde seitens Telekom ein Eilantrag gestellt, der sie von dieser Regelung befreien sollte.

Fibrewire

Gericht erteilt der Telekom eine Absage
Das Verwaltungsgericht Köln nun gegen die Telekom und für den freien Zugang zu den Leerrohren entschieden. Damit können die Mitbewerber ihre eigenen Leitungen durch die freien Rohre ziehen oder falls die Rohre bereits voll sind, auf noch unbeschaltete Glasfaser der Telekom zurückgreifen. Damit wird den Mitbewerbern theoretisch die Möglichkeit gegeben kostengünstig ein eigenes VDSL Netz aufzubauen bzw. Dienste über das bereits bestehende Netz anzubieten. Gerade für IPTV und Videokonferenzen sind schnelle Datenverbindung schließlich eine wichtige Vorraussetzung.

Der Weg ist aber noch weit
Bis VDSL ein weit verbreiteter Standard wird, der über viele Anbieter verfügbar ist, wird es noch einige Grabenkämpfe geben.
Der Präsident der Bundesnetzagentur Kurth sagte dazu:

Ich begrüße die Entscheidung und hoffe, dass laufende Gespräche zwischen der Deutschen Telekom und interessierten Wettbewerbern zur Leerrohrnutzung bald einen erfolgreichen Abschluss finden werden. Es besteht die Chance, noch mehr Investitionen zum Ausbau der Glasfaserinfrastruktur im Anschlussbereich anzustoßen und die sollte genutzt werden.

Die Umsetzung ist trotzdem noch Problematisch. Die Telekom ist nämlich nicht verpflichtet ihre Mitbewerber darüber zu informieren, wo die Leerrohre liegen oder welche Zugangsmöglichkeiten bestehen. Damit wird der großflächige Ausbau für andere Anbieter erheblich erschwert. Da die Gespräche aber noch nicht abgeschlossen sind, bleibt abzuwarten ob man sich auch in diesem Punkt noch einigt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Quelle: Pressemitteilung Bundesnetzagentur