In den Medien stand anfang letzter Woche überall zu lesen, das Telefonica die Marke Alice aufgeben will. Eigentlich keine große Sache, schließlich hat Telefonica die Marke bei der Übernahme von HanseNet auch nur für 3 Jahre gekauft. Irgendwann muss man da also sowieso den Schlußstrich ziehen. Allerdings wird nun natürlich spekuliert, ob das Alice Gesicht, also Vanessa Hessler, bleibt und dann im blauen Kleidchen rumhüpft.
Kommt jetzt auch neue Werbung?
Heute Nachmittag kam dann die nächste Pressemitteilung, die es offenbar nicht ganz in die Mainstreammedien geschafft hat.
Die Agentur Republic aus Mailand und dpole aus Hamburg, die bisher die letzten 6 Jahre für die Alice Marketing Kampagnen verantwortlich waren, werden durch VCCP Berlin abgelöst.
VCCP hat bisher die Kampagnen für O2 gemacht. Daher ist dieser Schritt durchaus nachvollziehbar, weil es sicher einen schönen Rabatt durch die Zusammenlegung der Werbebudgets gibt.
Als nächstes dürfen wir uns dann auf neue Werbung freuen. Falls Vanessa Hessler ausgewechselt wird hätte ich da übrigens schon einen schönen Vorschlag für das neue Werbegesicht.
Alice legt offenbar nochmal nach und verspricht in den nächsten Tagen für Nachschub an kostenfreien Surfsticks zu sorgen.
Es werden zwar sehr wahrscheinlich immer noch nicht alle einen bekommen, aber zumindest besteht die reele Chance. Dazu muss man allerdings wieder zum nächsten O2 Shop laufen.
Für alle die leer ausgegangen sind gibt es noch eine spezielle Alice Aktion. Ihr könnt euch im O2 Shop oder online registrieren und bekommt dann sozusagen ein Trostgeschenk. Na immerhin etwas.
Wie letztens berichtet hat Alice alle Kunden angeschrieben und über den Zusammenschluss mit O2 informiert. Dazu gab es einen Gutschein für einen O2 Prepaid Surf Stick und eine 5 Tage Surf Flatrate. Eigentlich ein netter Zug von Alice und O2. Doch die Sache war offenbar nicht ganz so gut durchdacht.
47.000 Sticks für über 2 Millionen Kunden
Auf dem beigelegten Gutschein steht extra drauf: “Nur solange der Vorrat reicht”. Das Problem ist nur, dass der Vorrat ziemlich mickrig war, bemessen an der Anzahl der möglichen Kunden. Enrico hat im O2 Shop nachgefragt und dort als Auskunft erhalten, dass nur 47.000 Sticks verschenkt werden. Es kursieren aber auch andere Zahlen. Es scheint aber definitiv zu wenig gewesen zu sein, um die interressierte Kundschaft glücklich zu machen. Gehen wir mal davon aus, dass nur ein Viertel der Alice Kunden einen Stick haben will und dafür bereit ist in den O2 Shop zu laufen. Dann bekommt nur ca. jeder 10. einen Stick und 9 Andere gehen leer aus. Das heißt, dass Alice und O2 mit diesem “Geschenk” wahrscheinlich 450.000 Kunden vor den Kopf gestoßen haben.
Sicherlich war die Aktion so nicht geplant. Aber den großen Kundenansturm hätte man wirklich vorher sehen können. Billig war das Geschenk aber auf keinen Fall. Die ca. 50.000 Stick, die sonst 39,99 Euro kosten bedeuten alleine schon einen Umsatz von 1.999.500 Euro. Was sicherlich der Grund ist, warum man die Zahl der Geschenke derart begrenzt hat.
Update
Laut Teltarif sollen die O2 Shops in den nächsten Tagen nochmal eine Ladung Sticks bekommen. Wer also bis jetzt leer ausgegangen ist, sollte es einfach nochmal versuchen.
Nachdem der Verkauf von Alice an Telefonica nun abgeschlossen ist, startet jetzt die erste große Werbeaktion. Alle Alicekunden (die nicht explizit die Kontaktaufnahme zu Werbezwecken untersagt haben) erhalten einen Willkommensbrief mit Infos über den Zusammenschluss von O2 und Alice. Alles kleines Goodie gibts es einen Gutschein für den O2 Prepaid Surfstick und eine 5 Tage O2 Internat Dayflat kostenlos. Der Stick kostet bei O2 bis Ende März normalerweise 39,99 Euro. Die 5 Tage Flat gibt es sonst für 3,50 Euro. Ihr könnt also 43,49 Euro einsacken. Vertragsbindungen oder ähnliches entstehen durch das Geschenk nicht. Einen Haken an der ganzen Geschichte habe ich nicht gefunden.
So lange der Vorrat reicht.
Wer den Gutschein bekommen hat sollte schnell in den nächsten O2 Shop laufen und den Stick holen. Der Vorrat ist begrenzt und obwohl alle Alice Kunden das Schreiben bekommen werden, sind nicht für alle auch Sticks da. Wer zu spät kommt, den bestraft halt das Leben.
Update: Es soll nochmal Nachschub geben oder ein Trotzpflaster.
18. November 2009 – 17:44
Die Zeitung für die Chefetage hat heute verkündet, dass sich zurzeit 3 Unternehmensberater um den Auftrag für die Fusion von O2 und Alice streiten. Als Kandidaten wurden Roland Berger, Booz & Co. und McKinsey genannt. Was dabei rumkommt – nun wir werden sehen. Roland Berger soll schon mal vorgeschlagen haben, das Alice Callcenter zu verkaufen und Finanzen, Marketing und Vertrieb durch O2 abwickeln zu lassen. Bis 2011 wären dann 900 Jobs allein in Hamburg weg (nach Rechnung des Manager Magazins). Booz & Co. oder McKinsey werden wohl ähnliche Pläne aus der Schublade ziehen.
Natürlich ist das noch nichts offzielles. Ein O2 Sprecher hat erstmal beschwichtig. Komplett dementiert wurde aber auch nicht.
Nach langem hin und her ist es jetzt endlich offiziell. Eine ganze Milliarde, wie von Telecom Italia gefordert, ist es dann doch nicht geworden. HanseNet/Alice geht für 900 Millionen an Telefonica. Na dann Bienvenido España.
Quelle: Handelsblatt.com
Update:
Running Gag des Tags dazu: “Das kommt mir jetzt aber spanisch vor”.
Alice wird verkauft, nicht verkauft, verkauft, nicht verkauft, verkauft. So ungefähr ging das Spiel die letzten Monate ununterbrochen. Aktuell sind wir mal wieder bei wird verkauft und zwar bald. Laut Bloomberg sagte Cesar Alierta, dass er den Verkauf innerhalb weniger Wochen zum Abschluss bringen will. Die Stimmung zwischen den Parteien wäre gut. Muss wohl am gesunken Kaufpreis liegen.
Die Alice Kunden werden sich vermutlich freuen. Telefonica rangiert unter den Top 10 der weltweit agierenden Provider und bringt sicherlich eine Menge neues Kapital für Alice. Das sollte sich positiv auf die Investitionsfreude auswirken. In letzter Zeit kam von Alice nämlich irgendwie nichts Neues mehr.