Die Nachahmer der Drosselkom legen los

Als die Telekom ihre Pläne zur Drosselung der Bandbreite bei „übermäßiger Nutzung“ angekündigt hat, war die Entrüstung noch groß. Die Empörung war so groß, dass es sogar Demonstrationen gab.

Der Rest zieht nach

Doch inzwischen hat auch die Telekom Tochter Congstar mitgeteilt, zukünftig die Bandbreite ab einem bestimmten Downloadvolumen zu begrenzen, obwohl anfangs noch vollmundig verkündet wurde, dass man dem Mutterkonzern bei diesem Thema nicht folgen will.

Die direkte Konkurrenz hielt sich clevererweise bedeckt. Telefónica und Vodafone hatten hier offenbar bewußt den Ball flach gehalten, um abzuwarten und nachzuziehen sobald sich die Wogen geglättet haben.

O2 can do

Mit Bekanntgabe der neuen O2 Tarife ist jetzt auch klar, wohin die Reise geht. Bei den Tarifen hat sich nicht viel geändert. Einzig die Klauseln zur Drosselung sind für die meisten Kunden relevant.
Wer die Übersicht behalten will, kann sich unter werdrosselt.de informieren. Die Seite zeigt sehr übersichtlich, wer bereits keine richtigen Internetflatrates mehr anbietet und seinen Kunden lieber den Hahn abdreht.

Für alle die denken, sie seien von der Drosselung nicht betroffen und 50 GByte pro Monat (Telekomdrossel) würden locker reichen, hier ein paar Punkte zum Selbstprüfen.

  • Schaut mal nach, wie große eure Steambibliothek ist. Falls ihr euren Rechner neu aufsetzt, drosselt ihr euch danach vielleicht beim Neusynchronisieren.
  • Habt ihr mehr als nur die Standard 2 GByte Dropbox? Meine ist 23 GByte groß gewesen, bevor ich sie endgültig abgeschafft und durch Bittorrent Sync ersetzt habe.
  • HD Filme (720p) über iTunes sind in der Regel zwischen 4 und 6 GByte groß. Mehr als 5 Filme pro Monat sind für einen Telekomkunden bald nicht mehr drin. Und das auch nur, falls man nichts anderes im Internet macht.
  • Wer gerne Dokus auf Youtube in HD schaut oder generell vom Fernseher auf den Rechner umgestiegen ist, sprengt sehr schnell das Limit. Die gängigen 1080p Video sind in der Regel ca. 1,5 GByte groß.

Fazit

Der Bandbreitenbedarf wird in der nahen Zukunft eher steigen, statt zu sinken. Solange unsere Internetanbieter aber mit Drosselklausel gegensteuern, statt die Netze auszubauen, werden wir nicht viel Freude an den Innovationen des Netzes haben.

Ein Trackback

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    […] (auf 2Mbit/s) aber letztendlich durchgesetzt. Andere Unternehmen wie beispielsweise Congstar hatten sich angeschlossen und ebenfalls mit Drosselplänen […]