Zensurverträge unterzeichnet – China rückt näher

5 große deutsche Provider haben heute den Zensurvertrag unterzeichnet, mit dem Zensursula Kinderpornographie im Internet ausblenden will. Ganz vorne natürlich die Telekom, die seit neuesten auch bei DNS Anfragen auf nicht existierende URLs eine „Hilfeseite“ einblendet. Daran wird die Telekom sich nicht schlecht verdienen. Wer nämlich darüber sucht, bekommt erstmal eine Menge Werbung angezeigt.

Als nächster großer Provider hat auch Vodafone/Arcor den Zensurvertrag unterschrieben. Eigentlich nichts unerwartetes. Arcor hat ja bereits in der Vergangenheit gezeigt, das man gerne mal wirkungslose Sperren einrichtet.

Hansenet/Alice und Telefonica/O2, die sich aller Wahrscheinlichkeit bald zusammenschließen sind unserer Familienministerin ebenfalls ins Netz gegangen. Der einzige Kabelnetzbetreiber, der sich auch nicht für ein freies Internet einsetzen möchte, ist Kabel Deutschland. Wer sich näher für den Kundenservice bei Kabel Deutschland interessiert, der sollte sich mal die Geschichten beim Oberlehrer ganz genau anschauen. Der hat nämlich dank Kabel Deutschland inzwischen einige unfreiwillige Erfahrungen mit UMTS sammeln dürfen.

Provider die nicht zensieren, freuen sich über Kundenansturm

Wie immer gibt es Gewinner und Verlierer. Einer der Gewinner dieser Wahlkampfaktion ist der kleine Provider Manitu, der eine Zensierung der Internetzugänge kategorisch abgelehnt hat. Im Übrigen weigert sich Manitu auch die Einwahldaten der Kunden zwecks Vorratsdatenspeicherung zu protokollieren.
Das hat, wie der Chef persönlich bloggt, einen wahren Kundenansturm ausgelöst.

Die sinnlose Sperre ist ganz leicht zu umgehen

Wie schon damals als Arcor wegen einer einstweiligen Verfügung youporn.com gesperrt hatte, ist das Problem auch diesmal sehr leicht vom Tisch. Netter Weise gibt es eine Vielzahl an DNS Servern in Deutschland, die nicht auf die BKA Sperrseite umleiten. Einen davon fest im Router oder im PC einzutragen ist ein Aufwand von wenigen Klicks. Wer also nicht gleich seinen Provider wechseln will, weil ihm die Zensur oder die Zwangswerbung beim falschen URLs auf die Nerven geht, der kann sich ganz leicht selbst helfen.

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    […] Stellung beziehen: Tutsi, Freiheitblog, Sockenblog, Webblogger, Provider-Störung, Politplatschquatsch, Netzpolitik, 4Topas und Fearblog Filter, internet, Johannes Vogel, julis, […]

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    […] http://www.golem.de/0904/66524.html http://provider-stoerung.de/blog/2009/zensurvertrage-unterzeichnet-china-ruckt-naher/ […]

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    […] 17.04.09 hat die Telekom wie auch Alice, Vodafon/Arcor, Telefonica/O2 und Kabel Deutschland den Zensurvertrag unterschrieben und sich damit bereit erklärt Inhalte im Internet aufgrund einer vom BKA […]