Die spinnen die Briten

Als ob es nicht schon schlimm genug wäre, das unsere Politiker tatsächlich Gesetze machen wollen, mit denen Provider verpflichtet werden ihre Kunden bei Urheberrechtsverletzungen den Anschluss zu sperren. Jetzt haben die Briten das auch noch schon längst umgesetzt. Und zwar ohne extra Gesetze. Ein “kleiner” Lokalmonopolist in Hull, names Karoo sperrt seinen eigenen Kunden auf Wunsch Befehl der Content den Internetzugang und lässt sie erst wieder rein, nachdem der Kunde eine entsprechende Unterlassungserklärung unterschrieben hat. Gegenmittel oder Alternativen gibt es für den Kunden keine. Der Provider hat dazu einfach einen entsprechenden Passus in den AGB, der die Sperrung bei Urheberrechtsverletzungen vorsieht.

Im Klartext

Irgendeine Abmahnfirma schickt Mitteilungen über Urheberrechtsverletzungen, die über die IP-Adressen des Provider begangen wurden, an Karoo. Die suchen daraufhin den entsprechenden User raus und machen den Anschluss dicht. Anschließend bekommt der Kunde einen Brief und darf persönlich antanzen, um schriftlich zu versichern, dass er keine weiteren Urheberrechtsverletzungen begeht, was einem Schuldeingeständnis gleichkommt. Ob der Kunde tatsächlich gegen das Urheberrecht verstossen hat oder nicht spielt dabei erstmal keine Rolle. Da Karoo in der Gegend quasi das Monopol hat, kann der Kunde auch nicht einfach den Provider wechseln. Vor Gericht ziehen wird sicherlich ebenso schwer. Bis das Verfahren durch ist, steht man nämlich ohne Internet da und das ist für die Meisten inzwischen mehr als nur bloße Spielerei und Zeitvertreib.

Nachlesen kann man die traurige Geschichte bei BCC News. Wer es lieber in Deutsch lesen will kann auch bei Golem nachschauen. Da werden die Franzosen sicherlich neidisch werden. Die haben ihr 3 Strike Hadopi Gesetz nämlich erstmal bis nach der Sommerpause verschoben. Bin gespannt wann wir das britische Erfolgskonzept in Deutschland auch kriegen.

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