Wartezeiten beim Anbieterwechsel unverändert

Für viele ist der Wechsel zu einem anderem Telefonanbieter ein Drama, das mehrere Wochen dauert und Nerven kostet. Das Internet ist voll von Berichten genervter Kunden, deren Wechsel zu einem Ausfall des Anschlusses geführt hat oder die 6 Wochen und länger auf ihre Freischaltung warten mussten.

Warum dauert der Anbieterwechsel so lange

Geht es nach Arcor, Alice, Telefonica und Co. liegt die Schuld bei der Telekom. Diese übernimmt schließlich die Umschaltung der Telefonleitung auf den neuen Anbieter. Für jeden neuen Kunden muss bei der Telekom eine Umschaltung der Leitung beantragt werden.

Bis es aber überhaupt zu einer Umschaltung kommt, muss die Telekom erst einmal die Leitung an den neuen Anbieter übergeben. Genau hier ist aktuell das Problem. Die Telekom beschwert sich über die Wettbewerber, da diese angeblich mehr Leitung haben wollen als vereinbart.

Auf Golem.de heißt es:

Die Wettbewerber überschreiten immer wieder die vereinbarten Auftragsmengen und halten sich nicht an die Planabsprachen.

Von der anderen Seite hört man die Telekom würde sich nicht an die vertraglich zugesicherten Bereitstellungszeiten für die Leitungen halten.

Diese gegenseitigen Schuldzuweisungen dauern nun schon mehrere Monate an. Nach Schätzungen des Branchenverbands VATM warten immer noch 100.000 Kunden auf ihren neuen Anschluss.

Nach der Umschaltung sieht es auch nicht besser aus

Wechselt der Kunde von der Telekom zu einen anderen Anbieter kann die Umschaltung direkt in der Vermittlungsstelle erfolgen. Hier wird meist irgendwann zwischen 8-12 Uhr die Leitung auf den Port des Mitbewerbers umgesteckt. Selbst bei dieser einfachen Umstellung kommt es immer wieder zu Fehlern. So werden Leitungen auf den falschen Port gesteckt oder die Drähte werden nicht richtig auf den Anschluss gedrückt, so das Nacharbeiten erforderlich sind.

Falls man einen Neuanschluss beantragt und der Vorbesitzer des Telefonanschlusses unbekannt ist muss zusätzlich ein Techniker, den die Telekom beauftragt, zum Kunden raus fahren und den Anschluss auch vor Ort umschalten. Auch hierbei kann so allerhand schiefgehen.

Mal ist der Kunde nicht auffindbar oder es wird beim Umschalten ein Nachbar abgeschaltet. Dieser freut sich dann und darf bei seinem Anbieter eine Störung melden. Da hilft es auch nicht den Techniker im Keller einzusperren falls dieser sich merkwürdig verhält.

Quellen: Golem, Telekommunikation und Recht, Teltarif

3 Kommentare

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  1. T-Spirit
    24. Februar 2008 (10:17) | Permalink
    1

    “Für jeden neuen Kunden muss bei der Telekom eine Umschaltung der Leitung beantragt werden. ”

    Richtig und logisch, denn jeder Provider hat in einem HVt eigene Streifen, so kann nicht einfach beispielsweise vom Telekom-Port ein Carrier betrieben werden. Demnach kann es zu Wartezeiten kommen. Noch krasser ist es, wenn ein Wechsel von einem Carrier zu einem anderen Carrier vollzogen werden soll. Demnach tritt die Telekom nur noch als “Vermittler” auf. Wenn Provider1 den Anschluss für Provider2 freigibt, dann ist definitiv nicht die Telekom schuld, was immer so hingestellt wird.

  2. 24. Februar 2008 (10:56) | Permalink
    2

    Beim Wechsel von einem Provider zum nächsten muss auch die Telekom die Leitung umschalten. Das können die Anbieter nicht selbst machen.

  3. brad
    28. März 2008 (11:28) | Permalink
    3

    kann ich nur bestätigen, wir haben 3 monate auf unseren alice anschluss gewartet – schuld war angeblich die telekom die trotz mehrerer abmahnung (wer’s glaubt) nichts unternommen hat die wartezeit zu verkürzen

Ein Trackback

  1. 1

    [...] Stornierungen der Aufträge, ist bei allen Anbietern gleich. Die Telekom hat durch den riesigen Auftragsstaus zur Abwanderung der Kunden geführt. Doch wo sind all die Kunden hin? Bei Freenet sind sie [...]

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