Rohr frei!

Der Streit, um den Zugang zu den Leerrohren für das Hochgeschwindigkeitsnetz der Deutschen Telekom, hat einen neuen Meilenstein erreicht. Nachdem die Bundesnetzagentur im Juni 2007 bereits entschieden hatte, dass die Telekom ihren Mitbewerbern den Zugang gewähren muss, wurde seitens Telekom ein Eilantrag gestellt, der sie von dieser Regelung befreien sollte.

Fibrewire

Gericht erteilt der Telekom eine Absage
Das Verwaltungsgericht Köln nun gegen die Telekom und für den freien Zugang zu den Leerrohren entschieden. Damit können die Mitbewerber ihre eigenen Leitungen durch die freien Rohre ziehen oder falls die Rohre bereits voll sind, auf noch unbeschaltete Glasfaser der Telekom zurückgreifen. Damit wird den Mitbewerbern theoretisch die Möglichkeit gegeben kostengünstig ein eigenes VDSL Netz aufzubauen bzw. Dienste über das bereits bestehende Netz anzubieten. Gerade für IPTV und Videokonferenzen sind schnelle Datenverbindung schließlich eine wichtige Vorraussetzung.

Der Weg ist aber noch weit
Bis VDSL ein weit verbreiteter Standard wird, der über viele Anbieter verfügbar ist, wird es noch einige Grabenkämpfe geben.
Der Präsident der Bundesnetzagentur Kurth sagte dazu:

Ich begrüße die Entscheidung und hoffe, dass laufende Gespräche zwischen der Deutschen Telekom und interessierten Wettbewerbern zur Leerrohrnutzung bald einen erfolgreichen Abschluss finden werden. Es besteht die Chance, noch mehr Investitionen zum Ausbau der Glasfaserinfrastruktur im Anschlussbereich anzustoßen und die sollte genutzt werden.

Die Umsetzung ist trotzdem noch Problematisch. Die Telekom ist nämlich nicht verpflichtet ihre Mitbewerber darüber zu informieren, wo die Leerrohre liegen oder welche Zugangsmöglichkeiten bestehen. Damit wird der großflächige Ausbau für andere Anbieter erheblich erschwert. Da die Gespräche aber noch nicht abgeschlossen sind, bleibt abzuwarten ob man sich auch in diesem Punkt noch einigt. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Quelle: Pressemitteilung Bundesnetzagentur

Ein Kommentar

  1. 24. Januar 2008 (20:53) | Permalink
    1

    jetzt bin ich mal gespannt, wieviele provider wirklich geld in die hand nehmen und ein eigenes vdsl-netz aufspannen.

Ein Trackback

  1. Von Wendel-Berlin.info am 24. Januar 2008 um 21:50
    1

    Mehr Konkurrenz und ein hoffentlich großer Imageschaden…

    In Deutschland kann nun also kein Telekommunikationsunternehmen mehr für sich alleine Rohre einbuddeln und Kabel verlegen: Die Telekom muss nun, nachdem ein Kölner Verwaltungsgericht dem Urteil der Bundesnetzagentur folgte, seine Mitbewerber mit in d…