Flatrates die keine sind

Nun darf sich auch Arcor in die lange Reihe derer einreihen, die Flatrates anbieten und hinterher ihre Kunden bei übermäßiger Nutzung wieder kündigen. In der Faz steht eine nette Geschichte von einem Ehepaar, das auf die Werbeversprechen reingefallen ist. Vielleicht sollte man die Werbung mal ein bisschen anpassen.

Arcor noFlat

Der übliche Vorwurf, den Provider bei tatsächlicher Nutzung ihrer Flatrates vorbringen, ist die angeblich gewerbliche Nutzung durch den Kunden. Unser Ehepaar bei Arcor gehört offenbar zu den typisch polnischen Familien, die in Deutschland leben. Die Ehefrau hatte ca. 1,5 Stunden täglich ihre Familie in Polen angerufen. Für Arcor ist das bereits eine gewerbliche Nutzung. Außerdem Grund genug dem Kunden einen Brief zu schicken und ihn zum Tarifwechsel oder Reduzierung der Flatratenutzung aufzufordern. Zum Glück sieht das die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen etwas anders und wird jetzt Klage gegen Arcor erheben. Vielleicht werden die Anbieter dann endlich mal dazu verdonnert, die genauen Nutzungsbedingungen für ihre sogenannten Flatrates zu veröffentlichen.

2 Kommentare

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  1. J.
    13. April 2008 (17:43) | Permalink
    1

    Wenn man weiß, dass ein “großer” Carrier/Provider (keine Ahnung, ob Arcor sich dazu zählt) für ein Gespräch nach Polen real weniger als ein Cent pro Minute an die nach und in Polen durchleitenden Carrier/Provider abdrücken muss (guter Einkauf auf dem Interconnection-Markt vorausgesetzt; genaue Zahlen könnte man ja mal recherchieren), wird das Verhalten von Arcor verstehbar:
    Arcor berechnet für die “International-Flat I” 3,95 Euro/Monat. Die täglichen 1,5 Stunden, die die Dame mit der Verwandschaft telefonierte, ergeben rund 2.700 Telefonminuten pro Monat in die mit der “International-Flat I” abgedeckten Gebiete. Allein die Gespräche dieser Dame kosten Arcor also (beim geschätzten “realen” Preis für den Carrier/Provider) schon um die 27,- Euro.
    3,95 kassieren können, 27,- bezahlen müssen – das deckt sich nicht für den “Carrier/Provider”, klar. Wer so etwas kalkuliert, rechnet also damit, dass die Nutzer (über alle Besteller der “Option” gerechnet im Mittelwert) nicht für mehr als für den Einkaufspreis des Anbieters telefonieren. Wieso das Ganze dann “Flat” heißt und als solche beworben, angeboten und verkauft wird, klärt demnächst die zuständige juristische Instanz. Den Firlefanz mit der “gewerblichen” Nutzung bekommen die Herren vom Marketing wohl gleich mit an den Hut gesteckt.

  2. 22. April 2008 (12:01) | Permalink
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    naja ist wohl mehr für arcors system eine gewerbliche nutzung, bei sowas sollte man direkt beschwerde beim support einreichen, erfahrungsgemäß wird hier “nachlässig” gehandelt.

Ein Trackback

  1. Von hochwald.net am 13. April 2008 um 20:46
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    Flatrates die keine sind…

    Der Festnetzanbieter Arcor droht Nutzern einer Flatrate mit Kündigung, wenn sie zu viel telefonieren.
    ……

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