Aufregung um Knast Callcenter in Österreich

Das Telemarketing nicht gerade zu den seriösen Branchen gezählt wird, ist ja nichts Neues. Das aber ausgerechnet Häftlinge in einem Gefängnis in Österreich dieser Beschäftigung nachgehen, hat mich dann doch etwas gewundert. Seit gut anderthalb Jahren sollen dort ca. 26 Insassen für eine Billigtelefonfirma arbeiten. Statt KFZ Schlosserei oder Schreinerei sollen die Häftlinge “Kunden” in Österreich und Deutschland anrufen und ihnen etwas verkaufen sie beraten.

Beratung vom Profi

Die Idee ist natürlich nicht schlecht. Schließlich sind einige der Insassen auf das Thema Betrug Beratung spezialisiert. Für die zukünftige Karriere ist der Telefondienst mit Sicherheit eine gute Vorbereitung. Die oe24.at zititert den Personalvertreter Christian Sikora mit dem Worten:

Gesucht werden für die Telefonate in erster Linie “Verkaufsgenies mit einschlägiger Erfahrung”. Dies seien zumeist jene Insassen, die ohnehin schon wegen Betrügereien im Gefängnis seien. Sie könnten im Call-Center ihr “Handwerk” nicht nur perfektionieren, sondern auch Tipps untereinander austauschen.

Dass man für die Telefonberatung keinen stotternden Autodieb nimmt, ist ja wohl logisch. Dafür kommen eher die in Frage, die ohnehin schon gut mit Worten umgehen können und wissen, wie sie mit ihren Mitmenschen reden müssen.

Dementi aus dem Justizministerium

Natürlich wird dafür Sorge getragen, dass hier streng nach Vorschrift telefoniert wird.

Die Insassen würden genau ausgesucht und dürften lediglich sogenannte Anbahnungsgespräche führen – alle Telefonate würden zusätzlich aufgezeichnet.

Im Klartext, die Häftlinge dürfen die Vorarbeiten leisten. Sobald die Falle zugeschnappt ist, übernimmt dann jemand anderes. Das wird sicher alle Betroffenen, die beraten werden, hoch erfreuen.

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