Anonym surfen war gestern – US Militär enttarnt

Im Internet gibt es keine Privatsphäre für niemanden. Selbst kleine Webseiten haben umfangreiche statistische Auswertungen über ihre Besucher. Wer jetzt der Meinung ist seine IP-Adresse ist nichts persönliches und andere dürfen diese ruhig auch länger speichern, der sollte sich mal anschauen was dem Tutsi da ins Netz gegangen ist.

US Militär surft

Einer von Tutsis Besuchern gehört offenbar zum US-Militär und war nebenbei noch auf Timtube und Redtube (zwei bekannte Pornoseiten) unterwegs. Surfen am Arbeitsplatz ist nicht überall verboten. Auf diesen Seiten sollte man aber nicht vom Chef erwischt werden und schon gar nicht mit runter gelassener Hose.

IP-Adressen kann man einer Region und/oder einer Organisation zuordnen

Jede IP-Adresse hat einen Besitzer und der ist öffentlich zum Beispiel bei ripe.net abrufbar.
Wer keine feste IP-Adresse besitzt, sondern bei jeder Einwahl eine der IP-Adressen seines Providers bekommt, wird natürlich nicht bei RIPE persönlich aufgeführt. Trotzdem kann man anhand der IP-Adresse erkennen über welchen Internetprovider gesurft wird und wo sich der User ungefähr befindet. Die Router im Internet haben nämlich feste IP-Adressen und ihr Standort ist meist offiziell bekannt. So kann man anhand der Router, die ein User benutzt, ziemlich genau festlegen wo er sich befindet.

Wir wissen immer wo du bist

Man sollte beim surfen immer im Hinterkopf behalten, dass man jedem Webserver, auf dem man Seiten aufruft, auch die eigene IP-Adresse verraten muss. Schließlich will man ja Daten vom Webserver haben. Damit gibt man aber auch einen Teil seiner Anonymität auf. So konnte der Tutsi eben genau jenen US-Soldaten unter seinen Usern herausfiltern.

Wir wissen woher du kommst und wohin du gehst

Im sogenannten referrer wird auf dem Webserver gespeichert welche Seite der Surfer aufgerufen hat, sobald er eine neue Seite lädt. So kann ein Webmaster zum Beispiel ermitteln, welche Suchbegriffe seine User bei Google eingegeben haben. Klickt man auf einen Link und öffnet damit eine andere Seite, dann weiß diese Seite über welchen Link der Besucher gekommen ist.

Dieses Feature ist für Programmierer extrem wichtig und auch Webmaster die ihren Traffic auswerten wollen sind auf den referrer angewiesen.

Genauso sieht es beim Verlassen einer Seite aus. Klickt man auf einen Link, um zur nächsten Seite zu gelangen wird das auf dem Webserver mittels Script protokolliert. Der Webmaster weiß somit zum Beispiel über welche seiner Seiten die Besucher wieder verschwinden und kann ggfs. Gegenmaßnahmen ergreifen.

3 Kommentare

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  1. Flo
    2. März 2008 (12:28) | Permalink
    1

    Naja, ganz so schutzlos ist man ja nicht. Man muss sich nur zu wehren wissen :-)

    IP-Maskerade: http://de.wikipedia.org/wiki/Tor_(Netzwerk)

    Gegen den Referrer hilft Firefox mit http://www.erweiterungen.de/detail/PrefButtons/

    Gegen Google-Analytics hilft Firefox mit http://www.erweiterungen.de/detail/NoScript/

    Und gegen web tracking, market analysis, and web bugs hilft Firefox mit http://www.erweiterungen.de/detail/Adblock_Plus/ und den entsprechenden Filtern.

    Take back the web!

  2. 2. März 2008 (21:09) | Permalink
    2

    Die Mehrheit der User ist leider nicht in der Lage sich derart zu schützen. Selbst diejenigen, die es geschafft haben Firefox zu installieren, nutzen nicht alle Möglichkeiten die der Browser mit sich bringt.

  3. Flo
    5. März 2008 (20:31) | Permalink
    3

    Schade eigentlich :-)

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