Werbeanrufe sind nervig, frustrierend und unnötig. Die meisten Leute legen einfach auf und das war’s dann. Andere dagegen erstatten Anzeige oder wenden sich an die Verbraucherschutzzentrale. Offenbar müssen die Telefonwerber von Tele2 eine besonders penetrante Art an den Tag legen, denn immer wieder liest man von Gerichtsverfahren gegen Tele2 wegen unerlaubter Telefonwerbung.
Angefangen hat alles im Februar, als ein Werber von Tele2 ausgerechnet beim Juristen der bayerischen Verbraucherschützer anrief.
Der zog selbstverständlich sofort vor Gericht und erwirkte eine Unterlassungsverfügung (Az.: 38 O 145/06). Die damalige Argumentation von Tele2, das man dieses Direktmarketing nicht selbst durchführe und der Angerufene seine Zustimmung bei einem Gewinnspiel gegeben hatte, konnten das Gericht nicht umstimmen.
Wie kommt Tele2 eigentlich an die Daten?
Den damaligen Presseberichten zufolge, bezieht Tele2 die Daten von einem Adressbroker. Solche Agenturen bekommen ihre Adressen und die Zustimmung für Werbeanrufe meist über Gewinnspiele. Wer also das nächste Mal seine Adresse und Telefonnummer bei einem Gewinnspiel angibt, der sollte auf jeden Fall das Kleingedruckte lesen. Zu gewinnen gibt es nämlich fast immer jede Menge Stress mit Lotto-Wein-Urlaubsreise-Telefon-Versicherungs-Verkäufern.
Tele2 hält sich aber nicht an Unterlassungsverfügungen
Im Juli kam es dann zur erneuten Verhandlung vor dem Düsseldorfer Landgericht, welches eine Strafe von 100.000 Euro gegen Tele2 verhängte. Die Verbraucherschutzzentrale konnte damals nachweisen, das sich Tele2 nicht an die Verfügung gehalten hatte und erneut Anrufe ohne Einwilligung durchgeführt wurden. Wie bereits im Februar argumentierte Tele2 wieder, das die Daten von einem Adressbroker kommen, der die Einwilligung bestätigt hat und das die Anrufe nicht von Tele2 selbst durchgeführt werden.
Tele2 macht trotzdem weiter
Heute wurde bekannt, das Tele2 erneut 240.000 Euro an die Verbraucherschutzzentrale bezahlen muss. Das Geschäft scheint derart lukrativ zu sein, dass selbst hohe Strafen nicht weiter abschrecken. Außerdem sieht man bei Tele2 offenbar nicht ein, dass man etwas falsch macht. Gegenüber dem Focus sagte Tele2-Chef Hermann Riedl: „Es wurden immer nur Kunden angerufen, die vorher auch ihre Zustimmung gegeben haben.“
Hohe Geldstrafen reichen aber nicht aus
Für Herrn Tapp, den Vizepräsident des Direktmarketingverbands, reichen Strafen von 200 000 Euro völlig aus, damit der Telefonterror aufhört. Das zumindest gab er gegenüber dem Focus am Anfang letzten Monats bekannt.
Das es sich hier um eine Fehleinschätzung handelt, zeigt trauriger Weise das aktuelle Beispiel.
Jedem der davon betroffen ist kann man nur raten sich an die Verbraucherschutzzentralen zu wenden.









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[...] Werbeanrufe berichtet wurde. Nachdem Tele2 über die Strenge geschlagen war und vor Gericht eine Niederlage einstecken musste, ist jetzt Arcor [...]